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12.07.2010 - Zusätzliche Milchtröge im Abferkelabteil?
(DTC) Diese Frage kann aufgrund aktueller Versuchsergebnisse mit einem eindeutigen Ja beantwortet werden. Es gibt eine neuartige Möglichkeit zur weiteren Erhöhung der Aufzuchtergebnisse von Saugferkeln: die Ergänzung der Versorgungsleistung der Muttersauen durch die zusätzliche Verabreichung von Ferkelmilch an die bedürftigen Würfe. Grund für diese Maßnahme sind die wachsenden Anforderungen an das Management im Abferkelstall unter den Bedingungen weiter ansteigender Wurfleistungen. Im Mittelpunkt steht dabei die Erzielung einer optimalen Anzahl und Qualität der abgesetzten Ferkel je geborener Wurf unter Vermeidung aufwändiger Tierversetzungen und unnötiger Verluste. Da die Wurfleistungen schneller steigen als die produzierte Milchmenge der säugenden Sauen, ist die tägliche Versorgung der Saugferkel mit Muttermilch niedriger. Damit sinken die Zuwachsleistungen in der Säugezeit. Um sich bei den betreffenden Würfen bzw. Ferkeln vor Produktionseinbußen zu schützen, werden bislang Ammensauen und/oder technische Ammen eingesetzt.
„Eine interessante neuartige Alternative zum Ammensystem besteht darin, die Würfe weitgehend beisammen zu lassen. Bei Engpässen in puncto Muttermilch wird dann zusätzlich zwei- bis dreimal täglich Ferkelmilch in Schalen angeboten.“ Am Markt ist eine Reihe von Produkten (in Pulverform vorliegend) verfügbar, welche in der Zusammensetzung der reifen Milch der laktierenden Sauen sehr ähnlich sind. Bei den durchgeführten Praxisversuchen in rheinischen Ferkelerzeugerbetrieben wurde die Ferkelmilch im Verhältnis 1:3 mit warmem Wasser aufgelöst und ab dem zweiten Lebenstag als kostengünstige Maßnahme per Gießkanne in die Tröge gegeben. Die Zufütterung erfolgte über zehn bis 14 Tage hinweg. Dabei ergaben sich Kosten von knapp 1 € je Ferkel. Die in die Erprobung involvierten Betriebsleiter beziffern die Mehrarbeit bei einer 20er Abferkelgruppe auf etwa 30 Min. je Tag. Der Mehraufwand wurde durch höhere Absetzgewichte von durchschnittlich + 400 g und die Senkung der Saugferkelverluste von 9,4 % (Kontrolle ohne Ferkelmilch) auf 7,6 (mit Extraportion Ferkelmilch) mehr als ausgewogen. Beide Parameter wurden signifikant verbessert (p< 0,05). „Die inzwischen in mehreren Ländern erfolgreich erprobte Methode ist praktikabel und weiteren Betrieben, die über steigende Wurfleistungen der Sauen verfügen, zur Nutzung im Rahmen des Ferkelservice zu empfehlen.“
Vortrag von Johannes Hilgers, Landesverband Rheinischer Schweinezüchter, Meckenheim, auf dem 16. Mitteldeutschen Schweine-Workshop in Bernburg vom 28. – 29. Mai 2010

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