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12.05.2010 -  Krise trifft deutsche Landwirtschaft besonders schwer

(Raiffeisen) BRÜSSEL/LUXEMBURG. Die deutsche Landwirtschaft wurde von der Krise im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark getroffen. In der Bundesrepublik verringerte sich das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft um durchschnittlich 21,0 % gegenüber 2008, während der Gewinn im EU-Mittel um lediglich 11,6 % nachgab. Das geht aus den jüngsten, endgültigen Zahlen hervor, die am vergangenen Freitag vom Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) veröffentlicht wurden. Es zeigt sich ferner, dass die landwirtschaftliche Beschäftigung in der Bundesrepublik seit dem Jahr 2000 um 21,7 % zurückgegangen ist, gegenüber einem EU-weiten Arbeitskräfteschwund von 24,9 %. Die gute Nachricht: Trotz des Einbruchs im Jahresvergleich lag das Einkommen je Arbeitskraft hierzulande noch immer um 11,9 % über dem Wert des Jahres 2000. Damit bewegte sich Deutschland gegen den Strom der alten Mitgliedstaaten: In der EU-15 sank das Einkommen nämlich auch langfristig, und zwar um durchschnittlich 9,6 %. Vom EU-Beitritt außerordentlich profitiert haben dagegen die neuen Mitgliedstaaten: Dort verdiente eine landwirtschaftliche Arbeitskraft zuletzt 61,9 % mehr als vor zehn Jahren. EU-Agrarkommissar Dr. Dacian C i o l o ş erklärte anlässlich der Veröffentlichung in Brüssel, die Zahlen belegten, dass das vergangene Jahr für die Landwirte besonders schwer gewesen sei. Deshalb sei die Unterstützung durch die Gemeinsame Agrarpolitik so wichtig: Direktbeihilfen trügen zur Einkommenssicherung bei, während die Marktinstrumente Preise stabilisierten. Ohne die grundlegende Absicherung durch Direktzahlungen könnten Landwirte nicht die gewünschten öffentlichen Güter bereitstellen. Nichtsdestotrotz müsse man die EU-Agrarpolitik effizienter und leichter verständlich machen. Die Landwirtschaft selbst müsse nachhaltiger und wettbewerbsfähiger werden. Cioloş nutzte die Gelegenheit, um einmal mehr auf die von ihm gestartete öffentliche Debatte zur Zukunft der EU-Agrarpolitik zu verweisen. Interessierte können noch bis Anfang Juni im Internet ihre Meinung abgeben. (http://ec.europa.eu/agriculture/cap-debate) AgE (12.05.2010).
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