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25.03.2010 -  Niederlande: Ziel ist die Ebermast

(DTC) „Die Ebermast ist Ziel und Lösung der Niederlande, wenn es um das Thema Kastration männlicher Ferkel geht“. So definierte Henk Gerbers, Manager bei „De Groene Weg“, Vion Food Group, die Einstellung des niederländischen Handels auf dem Mitte März in Bonn, Bad-Godesberg, tagenden Workshop, der unter der gemeinsamen Leitung der Universität Kassel, Ökologische Agrarwissenschaften, Fachgebiet Nutztierethologie und Tierhaltung, und der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) stand. Die Kastration mit Gasbetäubung, die seit 2009 Pflicht in den Niederlanden ist, stufte er als Zwischenlösung ein. Pflicht ist für die niederländischen Landwirte die Teilnahme an einem Kurs zur Betäubung der männlichen Ferkel mit Gas. Die entstehenden Mehrkosten in der Produktion sollen nicht zu Lasten der Ferkelerzeuger gehen, sondern durch einen Fonds, in den der Handel und die Verarbeitung einzahlen, gedeckt werden.

„Die Immunokastration, die eine künstliche Unfruchtbarkeit bei den Ebern hervorruft, wird nicht akzeptiert; dieses Verfahren passt nicht zum Bio-Fleisch“, war der Manager überzeugt. Wie er weiter erklärte, ist Deutschland für die Bio-Schiene „De groene Weg“ ein sehr interessanter Markt. Die in den Nachbarstaaten gefürchteten Probleme mit „Stinkern“, also jenen Ebern mit ausgeprägtem Geschlechtsgeruch, die die Nachfrage der Verbraucher nach Schweinefleisch unter Umständen empfindlich dämpfen könnten, teilte er nicht: „Die niederländischen Konsumenten haben das Eberfleisch in Geschmackstests als schmackhaft eingestuft“. Die Bevölkerung sei der Ebermast gegenüber positiv eingestellt und „die Ebermast wird in den Medien so propagiert, dass sie sich durchsetzen wird“, so Gerbers wörtlich. Er bezifferte den Anteil an Ebern mit ausgeprägtem Geschlechtsgeruch auf 3 %. Eber mit ausgeprägtem Geschlechtsgeruch gelten in Deutschland als genussuntauglich und werden verworfen. Selbst die Verarbeitung zu Hundefutter ist untersagt. Anders in den Niederlanden: „Dieses Fleisch kann zur Herstellung von Wurstwaren verwendet werden. Eberfleisch von Stinkern geht im Verarbeitungsprozess andere Wege“, sagte der Referent. Der „Groene Weg“ wolle eine Vorreiterrolle in Sachen Tier-Wohlbefinden und Verbraucherwünschen einnehmen. Für 2010 plane man weitere Tests, in welchen niederländische Verbraucher die Schmackhaftigkeit von Fleisch kastrierter und unkastrierter Tiere beurteilen sollen.