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05.03.2010 -  Ebermast: Androstenon und Fruchtbarkeit

(DTC) Zwei Stoffe sind bei der Ebermast verantwortlich für den unerwünschten Ebergeruch des Fleisches: Skatol und Androstenon. Der Skatolgehalt lässt sich als Abbauprodukt der darmeigenen Mikroorganismen durch Haltung und Fütterung beeinflussen. Das Geschlechtshormon Androstenon steigt mit Alter und Gewicht der Eber. Bei der Erfassung der beiden Stoffe herrschen zwischen den verschiedenen Laboren große Unterschiede, so dass die Ergebnisse aus verschiedenen Laboren nicht unbedingt miteinander vergleichbar oder repräsentativ sind. Auch je nach Herkunft der Hybridtiere konnten Unterschiede in der Menge an gebildetem Skatol und Androstenon festgestellt werden. Eine gewisse Erblichkeit ist damit gegeben. Auf die Folgen, die ein Wegzüchten des Androstenons für die Fruchtbarkeit der Sauen hätte, wies jetzt Prof. Dr. Ernst Tholen, Institut für Tierzuchtwissenschaften, Bonn, auf einer Tagung vor Ferkelerzeugern am Niederrhein hin. Erste Versuchsauswertungen zeigen: „Androstenon ist gekoppelt mit der Fruchtbarkeit der Sauen. Wird Androstenon bei den Ebern weggezüchtet, so erhöht sich das Erstbesamungsalter der Sauen und die Fruchtbarkeit der Sauen sinkt.“ Das Wegzüchten des Andorstenons könne höchstens mittelfristig zu einem gewissen Erfolg führen. Der Experte schätzte, dass mit diesem Selektionserfolg in sieben bis zehn Jahren zu rechnen sei. Es ist mehr als fraglich, ob sich die Schweinhaltung eine solche Wartezeit leisten kann, zumal das Risiko für die Zuchtunternehmen nahezu unkalkulierbar ist.