Hier können Sie sich registrieren.
Passwort vergessen? Hier können Sie ein neues beantragen.
24.09.2009 - Milchviehbetriebe: Flüssig bleiben in frostigen Zeiten
DTC. Tiefpreisphasen wie der aktuelle Milchpreisverfall bringen viele gesunde Betriebe in finanzielle Bedrängnis. Die Zahlungsfähigkeit vieler Betriebe ist akut gefährdet. Mit Nachdruck ist in solchen Zeiten ein umfassender Liquiditäts-Check durchzuführen, bei welchem alle Einnahmen und Ausgaben betrieblicher und privater Art auf den Prüfstand gehören. Frühzeitig sollte daneben Kontakt mit der Hausbank aufgenommen werden. „Sprechen Sie bei Liquiditätsengpässen mit Ihrer Hausbank. Erstellen Sie zu diesem Zweck eine Liquiditätsvorschau für die nächsten drei bis zwölf Monate und versuchen Sie, teure Kontokorrent-Kredite bei der Bank oder der Genossenschaft umzufinanzieren.“ In den meisten Fällen helfen die Banken unbürokratisch und zielgerichtet; schließlich ist auch ihnen daran gelegen, dass der Landwirt als Kunde langfristig zahlungsfähig bleibt. Eventuell können hohe Tilgungsraten für einen gewissen Zeitraum ausgesetzt oder Liquiditätshilfedarlehen beantragt werden. In vielen Fällen verhelfen auch die Beitragsfreistellung von Kapitallebensversicherungen sowie die Senkung der Steuervorauszahlungen bei Vorlage von aktuellen Buchabschlüssen zu mehr Liquidität.
Betriebswirtschaftlich können Kosten eingespart werden, indem man sich von Kühen trennt, deren Leistung mehr als 20 % unter dem Herdendurchschnitt liegt oder die durch hohe Tierarztkosten auffallen. Auch Kühe, die die Zellzahlen in die Höhe treiben, sollten aus dem Stall gehen. Weiteres Einsparpotenzial bietet das Aufschieben von Investitionen und Reparaturen, die nicht unbedingt dieses Jahr erledigt werden müssen. Ist die finanzielle Situation noch angespannter, sollte über den Verkauf von Jungvieh, von Maschinen, von Milchquote und von Flächen nachgedacht werden. Teure Pachtflächen tun ihr Übriges hinzu. „Im Extremfall kann es betriebswirtschaftlich sinnvoller sein, die Milchviehhaltung ganz einzustellen. Damit dieser Weg die Ausnahme bleibt: Nutzen Sie die Möglichkeiten der Landwirtschaftskammer, der Buchstelle und auch Ihrer Hausbank, um Ihre Liquidität fundiert zu planen.“
Vortrag von Friedhelm Otte-Wiese, Unternehmensberater der Landwirtschaftskammer NRW, auf der Tagung für Milchviehhalter in Hückelhoven-Hilfarth und dem Landwirtschaftszentrum Haus Riswick am 10. September 2009

News aktuell 
