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16.11.2011 - Roundpenarbeit leicht gemacht
„Wann erkenne ich, ob mein Pferd mich grade testet; nachfragt, ob ich hier eine Grenze aufzeige?“ Diese und andere Fragen stellen sich viele Pferdebesitzer häufig. Hier einiger Tipps von den Pferdeexperten Andrea und Markus Eschbach, die nach den Prinzipien von Gawani Pony Boy mit Pferden arbeiten.
Erst einmal ist wichtig, dass die Roundpenarbeit einen bedeutenden Teil zur Hierarchieverteilung liefert; es ist also darauf zu achten, Druck, Energie und Lob sinnvoll einzusetzen. Dazu gehört auch, sich selbst einzuschätzen: Erwarte ich zu viel von meinem Pferd und von mir? Gebe ich mich auch mit kleinen Erfolgen zufrieden? Gebe ich zu schnell auf? Die Körpersprache ist der wichtigste Bestandteil in der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Sie sollte gezielt und kontrolliert eingesetzt werden. Optimal ist es, wenn der Mensch bei der arbeit mit dem Pferd Entspanntheit und Ruhe ausstrahlt. Auch daran kann man arbeiten.
Ein typisches Problem ist, dass das Pferd im Roundpen unaufgefordert in die Mitte kommt. Das Pferd muss mit deutlichen Zeichen zurückgeschickt werden. Das Fixieren mit den Augen reicht in der Regel nicht; auch das Nachvornehalten des Seils bleibt oft ohne Reaktion. Hier hilft oft ein deutlicher Fingerzeig auf die Schulter oder das Schwingen des Seiles in Richtung Schulter. Bleibt auch dann der Erfolg aus, kann das Seil in Richtung Schulter geworfen werden. Entscheidend für den Erfolg von Horsemanship ist der Mensch selbst: „Finden und verwenden Sie möglichst nur eine Strategie. Viele Leute hören sieben Sekunden vor dem Erfolg auf“, so Eschbach. Schließlich befindet sich nicht nur das Pferd, sondern auch der Mensch in einem Entwicklungsprozess, der viel Geduld erfordert.
Ein anderes, weit verbreitetes Problem ist das Anhalten des Pferdes an einem bestimmten Punkt des Roundpens. Eine Hilfe können dabei auf dem Boden drapierte Hütchen oder Stangen sein, die zuerst weiter auseinander liegen, später aber angenähert werden und zwischen denen das Pferd anhalten soll. Diese sichtbare Begrenzung hilft dem Pferd, das Kommando zum Anhalten besser umsetzen zu können.
Generell ist das Seil ist die Verlängerung des Arms; es dient aber keineswegs zum Schlagen. Ein geeignetes Zeichen zum Anhalten ist die ausgestreckte Hand, mit der man eine Viertelrunde vor die Nase des Pferdes weist. Verstärkt wird diese Aufforderung durch einen kleinen Vorwärtsschritt oder leichtes Aufstampfen. Andere Pferde jedoch lassen sich erst gar nicht zum Schritt bringen, sondern traben oder galoppieren fortlaufend. Um dies zu vermeiden, können verschiedene Turns und Drehungen angewandt werden: Die Außenwendung vermittelt zum Beispiel dem Menschen die Oberhand. Er erreicht dies, indem er Blick, Körper, Hand und Seil auf die innere Schulter des Pferdes richtet, bis es sich abwendet und dreht. Dabei sollte im Hinterkopf immer das Prinzip der kleinen Schritte fest verankert sein, denn zu viel wirkt sich schnell negativ auf das Pferd aus. Es gilt der Leitsatz: „ Beobachten und früh genug aufhören.“
„Wer hat das letzte Wort?“ von Jeannette Aretz in Pferdemarkt 09/2011, S. 30 - 33

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