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08.07.2010 -  Milchviehhaltung: Wasserversorgung checken

Bis zu 150 l Wasser kann eine Milchkuh täglich aufnehmen. Dabei säuft sie 5 bis 8, im Extremfall aber auch bis zu 25 l/Min. Wie hoch der Wasserbedarf von Rindern ist, richtet sich nach der Witterung, nach dem Gewicht und Milchleistungsniveau der Tiere sowie nach der Zusammensetzung der Ration. „Wasser ist nicht nur das wichtigste Futtermittel, sondern auch die Grundlage für das Lebensmittel Milch,“ Daher tut man gut daran, die Tränkeeinrichtungen regelmäßig auf ihre Funktion und Durchflussmenge sowie auf Sauberkeit zu kontrollieren.

„Auch Kälber brauchen Wasser zusätzlich zur Tränke. Nur mit Wasser können angebotene Kraft- und betriebseigene Wirtschaftsfutter verdaut und das Kalb zum Wiederkäuer „erzogen“ werden. Da Milchkühe nach dem Fressen und Melken den größten Bedarf haben, sollten in diesen Bereichen – das heißt im Umkreis von 15 m - Tränken anzutreffen sein. Tränken sollten grundsätzlich niemals in einer Sackgasse stehen und der Raum dahinter so großzügig bemessen sein, dass die saufende Kuh nicht von vorbeigehenden Artgenossinnen bei der Wasseraufnahme gestört wird. Aus ähnlichen Gründen sind auch in kleineren Gruppen stets zwei Tränken zu installieren; nur so haben rangniedrige Tiere die Chance, ungestört Wasser aufnehmen zu können. „Der Trogrand sollte mindestens 70, maximal jedoch 80 cm über der Standfläche liegen, um den Tieren ein artgerechtes Saufen zu ermöglichen.“

Auch beim Weidegang wird eine ausreichende Wasserversorgung mit Wasser, das man selbst trinken würde, sichergestellt. Im Gegensatz zum Trinkwasser existiert keine Tränkewasserverordnung. Es gibt Orientierungswerte für Tränkewasser, die neben dem hygienischen Status (keine Coli- oder coliforme Keime, keine Salmonellen, keine Campylobacter-Bakterien) gewisse Standards vorgeben. So sollte der pH-Wert zwischen 5 und 9 liegen, optimal ist pH 7; Wasser mit einem Wert unter pH 5 greift das Rohrsystem an; bei mehr als pH 9 geht die Wasseraufnahme der Kühe zurück. Hohe Calcium- und Magnesium-Werte führen zu Ablagerungen in den Leitungen; hohe Mangan- und Eisenkonzentrationen geben den Wasser ein bräunliches Aussehen und mindern ebenfalls die Wasseraufnahme. Versuche, die Wasseraufnahme durch Anbieten von erwärmtem Wasser zu erhöhen, haben sich nicht bewährt.

„Das wichtigste Futtermittel“ von Dr. Hubert Schuster in BLW 21/2010, S. 26 – 28