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15.07.2010 - Gesunde Kälber sind kein Zufall
Die Kälberverluste bewegen sich zwischen 5 und 23 %, wie eine Auswertung von 25 000 Kalbungen jetzt zeigte. Wer hat die besten Chancen auf einen guten Start?
1. Eindeutig im Vorteil sind Kälber, deren Geburt überwacht wird. „Die Verlustrate bei kontrollierten Kalbungen mit leichter Zughilfe per Hand (6 %) war im Vergleich zu den Kalbungen ohne Beobachtung (15 %) nicht einmal halb so hoch.“ Durch die Wahl entsprechender Bullen kann das Risiko der Kälbersterblichkeit im Geburtszeitraum weiter gesenkt werden.
2. Auch das rechtzeitige Umstallen in eine geräumige und saubere Abkalbebox steigert die Überlebensrate. Idealerweise stehen die Tiere mindestens einen Tag in der Abkalbebucht. Besonders negativ wirkt sich das späte – weniger als einen Tag vor der Abkalbung - Umstallen in eine neue Gruppe auf die Überlebenschancen des Kalbes aus. Der Adrenalinspiegel steigt, hemmt die Ausschüttung von Adrenalin und verzögert so die Geburt.
3. Zu fette Jungrinder mit einer Rückenfettdicke von mehr als 17 mm neigen tendenziell eher zu Totgeburten als Färsen mit einer Rückenfettdicke von 12 bis 17 mm. „Für Tiere, bei denen über 29 mm Rückenfett gemessen wurden, lag die Totgeburtenrate bei über 30 %.“
4. Männliche Kälber aus Erstabkalbungen und Zwillingsgeburten haben ein höheres Risiko, während der Geburt oder innerhalb des ersten Lebenstages zu sterben. „Die schlechtesten Überlebenschancen haben männliche Zwillingskälber aus Färsenkalbungen.“
5. Auch Frühgeburten lassen die Kälberverluste ansteigen. Kritische Marke sind hier Geburten vor dem 270. Trächtigkeitstag. Um Frühgeburten zu vermeiden, sollten die Kühe über ausreichende Fettreserven verfügen. Anzustreben sind zum Zeitpunkt des Trockenstellens Werte von mindestens 12 mm Rückenfettdicke.
„Kälberverluste: Die fünf größten Risiken“ von Dr. Ilka Steinhöfel und Anke Kießling in top agrar 7/2010, S. R 20 - 23


