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06.05.2010 -  Pferdeweiden richtig pflegen

Eine gut gepflegte Pferdeweide zeichnet sich durch eine feste Grasnarbe mit vielen Untergräsern und wenigen massenwüchsigen Obergräsern aus. Ein optimales, an die Bodenuntersuchung angepasstes Düngemanagement sorgt nicht nur für einen guten Pflanzenaufwuchs, sondern auch für hohe Gehalte an Mineralstoffen und Spurenelementen. Schließlich dient das Gras im Sommer vielen Pferden als Hauptnahrungsquelle, die Energie-, Protein- und Mineralstoffbedarf des Tieres decken soll.

Weidepflege heißt das Zauberwort, das einen ausgeglichenen Pflanzenbestand fördert. Pferde fressen sehr selektiv. „Die wertvollen Pflanzen werden zurückgedrängt. Nutzlose Pflanzen werden hingegen von den Pferden verschmäht und können sich ungestört ausbreiten.“ Um die Grasnarbe intakt zu halten und einen ausgewogenen Pflanzenbestand zu sichern, sollte der Tierbesatz nicht zu hoch sein. Weidepausen im Frühjahr (drei Wochen) und im Herbst (sechs Wochen) tun der Weide ebenso gut. Wenn möglich, sollte die Nutzung zwischen Schnitt und Beweidung wechseln. Auch die abwechselnde Beweidung durch Rinder und Pferde hat sich bewährt. Zum Weidemanagement gehören weiterhin das Abschleppen der Flächen im zeitigen Frühjahr, sowie „das regelmäßige Abmähen der wEidereste, alljährliche Nach- oder Übersaaten mit hochwertigem Saatgut und eine angemessene und ausgewogene Düngung.“ Wer die Pferdeäpfel regelmäßig absammelt, beugt Parasitenerkrankungen vor. Die Grunddüngung mit Phosphor, Kali, Magnesium sollte nach Bodenuntersuchung, das heißt nach Bedarf und Entzug erfolgen. Stickstoff wird angepasst an den Bedarf der Pflanzen gedüngt, wobei Pferde eher eine magere und vor allen Dingen nicht zu eiweißreiche Weide bevorzugen. Stickstoff sollte daher moderat und in Form von langsam wirkenden Düngern ausgebracht werden. Das Kaliumrohsalz Magnesia-Kainit geht in die Pflanze über und deckt damit den Bedarf des Pferdes an Natrium.

Kalkstickstoff „fördert durch seine langsame und gleichmäßige Wirkung besonders die wertvollen blattreichen Untergräser.“ Das stärkt die Grasnarbe; gleichzeitig verhindert Kalkstickstoff das Verschlämmen der oberen Bodenschicht und macht ihn aufnahmefähiger für Niederschlag. Selbst frisch gekeimten Unkräutern setzt Kalkstickstoff ein Ende, so dass er einen ausgezeichneten Dünger für Pferdeweiden abgibt. Überdies „vernichtet Kalkstickstoff die Larven verschiedener Eingeweideparasiten, welche auf den Weiden immer präsent sind.“

„Gesunde Weiden, gesunde Pferde“ von Dr. Hans-Jürgen Klasse in BLW 12/2010, S.54 - 55