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10.02.2010 - Schweine: Produktionskosten im Ländervergleich
Das Forschungsinstitut für Agrarwirtschaft der Universität Wageningen, Niederlande, hat auf Basis der Daten von 2007 untersucht, wie hoch die Produktionskosten in verschiedenen europäischen Ländern sind und welche Kosten durch Umweltauflagen und gesellschaftliche Forderungen in den nächsten Jahren auf die Schweinhalter zukommen könnten. Bei den Produktionskosten je kg Schlachtgewicht, den biologischen Leistungen und der Wirtschaftlichkeit setzt die niederländische Studie ihre eigenen Landwirte und die Dänen an die Spitze. Erwartungsgemäß verursachen die Futterkosten in Holland mit 52 % den größten Anteil der Produktionskosten, was auch auf die europäischen Nachbarländer sowie USA und Brasilien zutrifft. In den Niederlanden erhöhen sich die Produktionskosten/kg Schlachtgewicht aufgrund der zu kaufenden Produktionsrechte (Gülleüberschuss) um 0,05 €/kg. Im internationalen Vergleich punkten die USA und Brasilien mit Produktionskosten von 1,04 sprich 0,91 €/kg Schlachtgewicht. Ursache sind die deutlich geringeren Aufwendungen für Lohn und Gebäude. Platz 3 nimmt Frankreich mit Produktionskosten von 1,48 €/kg ein, es folgen Deutschland mit 1,57 und Polen mit 1,61 €/kg. Nach Angaben der niederländischen Studie „verzeichnen die holländischen Sauenhalter im Vergleich zu deutschen Kollegen mit ähnlichen Betriebsstrukturen um 5 € niedrigere Produktionskosten pro Ferkel.“ Hier haben vielen deutsche Betriebe noch Möglichkeiten, die Produktion zu optimieren. Nach Aussage der niederländischen Studie trifft das auch auf die Futterverwertung und die Arbeitseffizienz zu: Auch hier gibt es die sprichwörtlichen Schrauben, an welchen noch gedreht und das Management beziehungsweise das Betriebsergebnis weiter verbessert werden kann.
Für die nächsten Jahre sagt die Studie den Niederländern sinkende Wettbewerbsvorteile voraus, denn steigende Umweltauflagen und Forderungen aus der Gesellschaft zum Verbraucherschutz werden die holländischen Landwirte weiter belasten.
Wie das Forschungsinstitut weiter festgestellt hat, sind vor allen Dingen auch kleinere Betriebe mit Sauenhaltung sehr rentabel, wenn das Management stimmt. „Die Größe des Betriebes scheint in der Ferkelerzeugung nur einen begrenzten Einfluss auf die Kostenunterschiede zu haben. Bei den Mastbetrieben ist aufgrund des nicht ausreichenden Datenmaterials dieser Punkt nur schwer zu beurteilen.“
„Die Kostenspirale im Nacken“ von Robert Hoste in dlz primus Schwein 1/2010, S. 26 - 29


