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16.12.2009 -  Klauenwaschanlage statt Klauenbad?

Klauenwaschanlagen bestehen im Gegensatz zu Klauenbädern „aus zwei parallelen Laufwannen, in denen ein Wasserstrahl die Klauen reinigt.“ Gesteuert durch einen Bewegungsmelder wird in beiden Wannen ein Wasserstrahl erzeugt, sobald eine Kuh die Klauenwaschanlage betritt. Im Praxisversuch auf einem Betrieb mit 140 laktierenden Kühen im Raum Stade wurde untersucht, ob eine solche Klauenwaschanlage das Auftreten der Mortellaro’schen Krankheit vermindern kann. Dazu installierte man die Waschanlage direkt hinter dem Melkstand und nutzte sie über einen Zeitraum von viereinhalb Monaten zweimal wöchentlich. Die Kühe hatten im Sommer Weidegang, wurden aber generell im Stall gefüttert. Die Klauenpflege wurde regelmäßig im Abstand von sechs Monaten durchgeführt.

Es zeigte sich, dass nur bei den älteren Kühen ein leichter Rückgang der Mortellaro’schen Krankheit eintrat. Die besonders für Mortellaro anfälligen Rinder in der ersten Laktation erkrankten nach Einsatz der Klauenwaschanlage genauso häufig wie vorher. „Allerdings zeigte sich nach dem viereinhalbmonatigen Einsatz der Klauenwaschanlage ein Rückgang der Klauenfäule sowie der Rotationen. Hier spielte allerdings auch die Jahreszeit eine Rolle“, denn bei Weidegang sinkt die Krankheitsrate für Klauenfäule generell. Für die rückläufigen Rotationen ist nicht die Waschanlage ausschlaggebend, sondern die Tatsache, dass sich weniger Erstkalbinnen in der Herde befanden.

Es bleibt festzuhalten, dass die Klauenwaschanlage eine gute Alternative zum Klauenbad darstellt. Beide Varianten bewähren sich nur bei infektiösen Klauenerkrankungen wie beispielsweise Fäule. Derzeit ist noch nicht eindeutig abzuklären, inwieweit eine Waschanlage oder ein Bad gegen die Mortellaro’sche Krankheit helfen. Die Zwischenzehenphlegmone bedarf einer antibiotischen Therapie; „eventuell könnte ein Klauenbad vorbeugend wirken.“ Weitere Ergebnisse des bis in das Jahr 2010 laufenden Versuchs bleiben abzuwarten.

„Waschgang“ von René Pijl in dlz primus Rind 12/09, S. 22 - 25